Rentenausgleich

Rentenausgleichung oder „Versorgungsausgleich“

Im Rah­men des Scheidungs­verfah­rens wird der Versorgungs-aus­gleich mitgeregelt. Es handelt sich dabei um Teilung der wäh­rend der Ehezeit erworbe­nen Altersren­ten der bei­den Ehegat­ten.

Im Laufe des Berufslebens erwirbt jeder Ehegatte An­spruch auf ei­ne zukünftige Rente, soge­nannte Ren­ten­anwart­schaf­ten, durch Bei­tragszahlun­gen in die gesetzli­che, betrieb­li­che oder private Ren­tenversi­cherung. Auch die  Riesterrente wird aus­ge­gli­chen. Freiberuf­ler ( Ärz­te, Anwälte, Ar­chitek­ten….) zah­len in ihre jeweiligen berufsständi­schen Versorgungs­werke und Beamte erhal­ten Pensi­ons­an­sprüc­he über die Beamtenversorgung.

Die Anwart­schaf­ten sind meis­tens bei den Ehegat­ten un­ter­schiedlich hoch, da die Höhe der Ver­dienste diffe­riert oder es mög­li­cherweise auch Zei­ten der Kinder­erziehung oder der Arbeits­losigkeit gege­ben hat. Dies führt oftmals zu deutlich niedrige­ren Anwart­schaf­ten.

Ziel der Durch­führung des Versorgungs­ausglei­ches ist, die­se Un­ter­schiede aus­zu­glei­chen.

Jeder Ehegatte bekommt nach der gesetzli­chen Regelung ½ derjenigen Rente oder Pensi­on des an­de­ren, die die­ser wäh­rend der Ehezeit hinzuerwor­ben hat. Bei­de Ehegat­ten ha­ben nach Durch­führung des Versorgungs­ausglei­ches ei­ne gleich ho­he Rente.

Ne­ben diesem Grund­satz sieht das Gesetz aber noch ver­schiede­ne inhaltli­che Ge­stal­tungs­möglichkei­ten vor.

An ers­ter Stel­le stehen dabei Scheidungs­ver­einbarun­gen oder Ehever­träge zwi­schen den Ehegat­ten oder Lebens­partnern, die den Versorgungs­ausgleich ganz oder teilweise in den Vermö­gens­ausgleich einbezie­hen.  Bei­spielsweise erwirbt E1 den Mit­ei­gentums­an­teil von E2 am gemeinsamen Hausgrund­stück gegen Verzicht auf Versorgungs­ausgleich oder ei­nes Teils  ih­rer An­sprüc­he aus dem Versorgungs­ausgleich, etwa aus der Betriebsrente ih­res Ehe­man­nes.

Die Zahlung ei­ner zweckgebun­denen Abfindung stellt ei­ne weite­re Möglichkeit dar. So können Ehegat­ten ver­einba­ren, dass bei­spielsweise der Versorgungs­ausgleich bezogen auf die An­rech­te aus der gesetzli­chen Ren­tenversi­cherung und der Beamtenversorgung nach den gesetzli­chen Vorschrif­ten durch­geführt wer­den soll. Zur Abgel­tung der An­sprüc­he aus der betrieb­li­chen Altersvorsorge würde sich der Ehe­mann ver­pf­lich­ten, zu­guns­ten der Ehe­frau auf de­ren Lebens­versi­cherung ei­nen einmaligen Be­trag einzuzah­len.

Weite­re Ge­stal­tungs­möglichkei­ten liegen in der  Ver­einbarung reduzier­ter Be­träge/ei­nes Höchstbe­tra­ges oder in verkürz­ten Anrech­nungs­zei­ten.

Auch der komplette Aus­schluss des Versorgungs­ausglei­ches ist grundsätzlich möglich. Er ist jedoch insbesonde­re dann pro­blematisch, wenn er die Zeit umfasst, in wel­cher der verzichten­de Ehegatte weg­en Kindesbetreuung kei­ne Versorgungs­an­rech­te erwer­ben konnte. Ei­ne sol­che Ver­einbarung ist mög­li­cherweise unwirksam.

Nach der gesetzli­chen Regelung findet bei ei­ner Ehe­dau­er un­ter drei Jah­ren ein Versorgungs­ausgleich nur statt, wenn ein Ehegatte dies be­an­tragt.

Las­sen Sie uns auf­grund der vielge­staltigen Möglichkei­ten also ei­nen gu­ten Weg fin­den, Ihre Altersab­si­cherung optimal zu ge­stal­ten.